Jesuitenreduktionen in Paraguay
Itapúa, Paraguay
Zum Schutz vor Ausbeutung und Versklavung der indigenen Bevölkerung bauten die Jesuiten im 17. Jahrhundert ihre Missionsstationen entlang des Flusses Paraná in Südamerika. Einige der Überreste sind heute im Süden Paraguays in der Umgebung von Encarnación zu besichtigen.
Auf einen Blick
Die Missionsstationen dienten in erster Linie dem Schutz der Guaraní vor Versklavung und Ausbeutung. Sie wurden allerdings regelmäßig von portugiesischen Sklavenjägern – den sogenannten Bandeirantes aus São Paulo – überfallen und die Bewohner verschleppt. Die von Jesuiten ausgebildeten Guaraní brachten auf den Sklavenmärkten höhere Preise.
Erst als die Guaraní 1641 bewaffnet wurden und die Angriffe zurückschlagen konnten, wurden sie für lange Zeit verschont. Auf ihrem Höhepunkt umfassten die Missionen etwa 30 Siedlungen mit über 100.000 Bewohnern. Der Vertrag von Madrid (1750) leitete den Niedergang ein; 1767 wurden die Siedlungen vom spanischen König Karl III. aufgehoben und die Jesuiten aus allen spanischen Kolonien vertrieben.
La Santísima Trinidad de Paraná
Trinidad wurde 1706 gegründet und ist die größte und besterhaltene Jesuitenreduktion Paraguays. Beeindruckend sind die Ruinen der Hauptkirche mit kunstvollen Steinmetzarbeiten, der Glockenturm und der große Hauptplatz. Die Kanzel zeigt Beispiele des Guaraní-Barock – einer einzigartigen Verschmelzung europäischer Barockkunst mit indigenen Guaraní-Traditionen.
Jesús de Tavarangüe
Jesús wurde 1685 gegründet, aber nie vollendet. Die Vertreibung der Jesuiten 1767 unterbrach den Bau der monumentalen Kirche. Ungewöhnlich für die Region sind die maurisch beeinflussten Architekturelemente. Das dreischiffige Kirchendesign zeigt die ambitionierten Pläne der Erbauer.
UNESCO-Weltkulturerbe
Beide Stätten wurden 1993 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Sie zählen zu den bedeutendsten Zeugnissen der Jesuitenmissionen in Südamerika.
Besucherinformationen
Anfahrt
Trinidad liegt etwa 30 km nordöstlich von Encarnación an der Ruta 6. Jesús de Tavarangüe befindet sich weitere 12 km nördlich.
Besuch
Beide Stätten sind täglich geöffnet. In Trinidad findet an ausgewählten Abenden eine Licht- und Tonshow statt. Ein Tagesausflug von Encarnación ermöglicht den Besuch beider Ruinenstätten.
Lage

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