Der Guaraní: Paraguays Währung

Stand: September 2026

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Wer zum ersten Mal einen Kontoauszug in Paraguay sieht, zählt Nullen. Ein Kaffee kostet 15.000, eine Monatsmiete drei Millionen, ein Haus wird in Milliarden ausgeschrieben – und trotzdem gehört der Guaraní zu den stabilsten Währungen Südamerikas. Beides hängt zusammen: Die vielen Nullen sind ein Erbe der Inflation vergangener Jahrzehnte, die Ruhe seither ist das Werk einer Zentralbank, die seit 2011 ein Inflationsziel verfolgt.

Kurz erklärt

  • Name und Zeichen: Guaraní, ISO-Code PYG, Symbol ₲ (im Alltag oft „Gs.“). Benannt nach dem indigenen Volk und der zweiten Amtssprache des Landes.
  • Geburtstag: Dekret-Gesetz 655 vom 5. Oktober 1943; ein Guaraní ersetzte 100 Pesos. Die ersten Scheine kamen am 8. September 1944 in Umlauf.
  • Keine Cent-Beträge: Offiziell gibt es 100 Céntimos, praktisch spielen sie seit Jahrzehnten keine Rolle mehr. Gerundet wird auf 50 oder 100.
  • Kurs: Um die 5.900 bis 6.000 Guaraníes pro US-Dollar (September 2026); die Zentralbank erwartet zum Jahresende rund 6.100. Ein Euro liegt entsprechend bei etwa 6.700 bis 6.900.

Scheine und Münzen

BanknoteHinweis
₲ 2.000Polymer
₲ 5.000Polymer
₲ 10.000Papier (Baumwolle)
₲ 20.000Papier (Baumwolle)
₲ 50.000Papier (Baumwolle)
₲ 100.000größter Schein, seit 1998

Münzen gibt es zu 50, 100, 500 und 1.000 Guaraníes. Der 1.000er-Schein aus Papier verschwindet allmählich zugunsten der Münze; 50er-Münzen nimmt kaum noch jemand gern. Für den Bus, den Markt und das Trinkgeld lohnt es sich, kleine Scheine zu horten – mit einem 100.000er bekommst du am Stand nicht immer Wechselgeld.

Neue Banknoten ab 2027

Am 10. September 2026 hat die Zentralbank eine komplett neue Banknotenfamilie vorgestellt. Offizieller Start ist der 5. Oktober 2026, der 83. Geburtstag der Währung; in Umlauf kommen die Scheine im ersten Quartal 2027. Die drei kleinen Werte (2.000, 5.000, 10.000) werden aus Polymer, die großen (20.000 bis 100.000) aus Baumwollpapier. Die Scheine werden mit jedem Wert 7 mm länger, damit auch Sehbehinderte sie unterscheiden können; Motive sind Landesgeschichte, Ökoregionen sowie heimische Tiere und Pflanzen, dazu Sicherheitsfäden und farbwechselnde Hologramme. Die alten Scheine bleiben unbefristet gültig und laufen einfach aus.

Zwei Klarstellungen der BCP, weil sie in sozialen Netzwerken kursieren: Es gibt keinen 200.000er-Schein, und die dort gezeigten „neuen Designs“ sind KI-Fälschungen. Auch die alte Idee, drei Nullen zu streichen, ist nicht Teil der Reform – das bräuchte ein Gesetz des Kongresses.

Praxis: Bargeld, Karte, Wechselstube

  • Tauschen: Casas de cambio in Asunción (rund um die Calle Palma und in den Shoppings) und in den Grenzstädten haben bessere Kurse als Banken und Flughafen. Euro werden fast überall genommen, Schweizer Franken nicht.
  • Karte: In Supermärkten, Tankstellen und Restaurants der Städte selbstverständlich; auf dem Land und auf Märkten zählt Bargeld. Geldautomaten geben meist maximal ₲ 1,5 bis 2 Mio. pro Abhebung aus und verlangen Gebühren.
  • Dollar im Alltag: Immobilien, Autos und Mieten werden häufig in US-Dollar ausgeschrieben und auch so bezahlt; Löhne, Lebensmittel und Strom laufen in Guaraníes.
  • Konto: Mit Cédula eröffnest du bei den großen Banken ein Konto in Guaraníes und Dollar; Überweisungen aus Europa dauern ein bis drei Tage – siehe Aufenthalt und Cédula.

Mehr zum Rahmen dahinter: Wirtschaft in Paraguay · Lebenskosten

Quellen

  • Banco Central del Paraguay: Der Guaraní als Währungszeichen; Präsentation der neuen Banknotenfamilie (ABC Color, 10. September 2026); Dementi zum 200.000er (Última Hora)
  • BCP-Erwartungsumfrage vom 16. September 2026 (La Nación): Dollar ₲ 6.100 zum Jahresende
  • Wechselkurse im Umrechner: ExchangeRate-API (täglich), Fallback: Richtwerte dieser Website
  • Historie: Decreto-Ley 655/1943, erste Emission 1944 (Wikipedia ES, mit BCP-Belegen)